Fragen zum Leben nach der Transplantation

  •  Ab wann darf mein Kind schwimmen gehen?
    Hierzu gibt es keine Daten in der Literatur und die Empfehlungen basieren weitestgehend auf theoretischen Überlegungen und weniger auf Fällen, wo es Probleme gab. Wir würden Schwimmen in einem normalen Schwimmbad oder in der See (nicht in einem keimbeladenen Binnensee) ca. 12 Wochen nach Ltx befürworten. Eigentlich sind die Kinder bei der heutzutage sehr niedrigen Immunsuppression nicht vermehrt infektanfällig, so dass bei dieser Fragestellung großzügig entschieden werden kann.
  • Wie oft müssen wir nach der Transplantation zur Blutkontrolle?
    Dieses richtet sich je nach Verlauf und muss immer sehr individuell entschieden werden! Im Zweifelsfall lieber einmal häufiger als zu selten. Nach Ltx wird bei den meisten Kindern zunächst wöchentlich Blut abgenommen werden, dann werden die Intervalle langsam gestreckt und im Langzeitverlauf reicht bei vielen Patienten eine Blutkontrolle alle 8 Wochen. Besondere Situationen (Infektionen, Reisen, wesentliche Veränderungen der Nahrungsgewohnheiten etc.) erfordern oftmals zusätzliche Blutentnahmen. Ein guter Medikamentenspiegel bei normalen Leberwerten gibt Ihnen die Sicherheit, dass auch eine gute Transplantatfunktion gewährleistet ist. Ein länger nicht kontrollierter und zu niedriger Medikamentenspiegel kann auf der anderen Seite zu nicht unerheblichen Problemen mit der transplantierten Leber führen.
  • Welchen Sport darf mein Kind ausüben?
    Grundsätzlich jeden Sport! Einschränkungen gibt es lediglich bei Milzvergrößerung (Kontaktsportarten) oder Gerinnungsstörung (Detailliertere Infos gibt es im Buch „Kinder und Jugendsportmedizin (Hebestreit et al.)“, R. Ganschow: „Sport nach Lebertransplantation“). Es gibt sogar spezielle Wettkämpfe für Organtransplantierte. Im Zweifelsfall sollten Sie sich individuell beraten lassen, welche Sportarten speziell für Ihr Kind sinnvoll sind. Erhebliche Einschränkungen bezüglich der sportlichen Aktivität sind jedoch vor geplanter Lebertransplantation, je nach Fortschritt der Lebererkrankung, zu berücksichtigen.
  • Worauf muss ich die Erzieherinnen hinweisen, wenn ich mein Kind zum Kindergarten anmelde?
    Wichtig ist möglichst die Vermeidung einer Ansteckung mit typischen „Kinderkrankheiten“ oder schwereren Durchfallerkrankungen. Ihr Kind sollte grundsätzlich bei Infektionen gleich am ersten Tag einem Arzt vorgestellt werden. Die Erzieherin sollte ggf. über die Medikamenteneinnahmen informiert werden und eine Handynummer für schnelle Rückfragen genannt bekommen. Kinder nach Ltx sollten und können in einen ganz normalen Kindergarten mit den o. g. geringen Einschränkungen integriert werden.
  • Unser Kind wünscht sich sehr ein Haustier. Ist das nach der Transplantation möglich? Und worauf sollte man achten?
    Eine häufige Frage, die auch nur individuell beantwortet werden kann. Grundsätzlich gibt es auch zu diesem Thema keine guten Literaturdaten und ebenso wenig Fälle, bei denen es zu ernsten Problemen kam, die nachweislich durch ein Haustier bedingt waren. Insbesondere Vögel und Katzen können (selten) bestimmte Krankheiten übertragen und verschiedene Haustiere (Katze, Kanninchen, Meerschwein etc.) können eine Allergie auslösen oder die Allergiebereitschaft fördern. Bereits vor der Transplantation angeschaffte Tiere sollten nicht unbedingt abgegeben werden, wobei die Neuanschaffung von Haustieren nach Ltx nach individueller Risikoabwägung (Allergiebereitschaft, Krankheitsübertragungsrisiko etc.) restriktiver erfolgen sollte. Dem nur theoretischem Risiko eines Haustiers ist immer der psychologische Gewinn für das Kind entgegen zu setzen.
Helfen Sie uns

Spendenkonto

Commerzbank Rastatt

IBAN
DE43 660 400 180 250 108 800

BIC COBADEFFXXX

Forum