Juckreiz bei Lebererkrankung

Hintergrund:
Bei fortgeschrittener chronischer Lebererkrankung (z. B. Gallengangsatresie oder PFIC) kommt es aufgrund der Ansammlung von Gallensäuren in der Haut, die nicht mehr angemessen über die Leber abgebaut werden können, zu einem zunehmenden Juckreiz (Pruritus). Bei Kindern auf der LTx-Warteliste kann dieser Juckreiz die Lebensqualität ganz erheblich einschränken, wobei die hier genannten konservativen Maßnahmen gegen den Juckreiz, diesen oftmals nur teilweise lindern können.

Empfohlene pflegerische Maßnahmen (Hautpflege):

  • Kühle Bäder morgens und abends
  • Ölbäder zum Rückfetten der Haut (z. B. Balneum Hermal®)
  • Einreiben der Haut mit einer Feuchtcreme (mind. 3x pro Tag)
  • Baumwoll-Bettwäsche, ggf. Baumwollhandschuhe (nachts) für Kinder, die sich stark kratzen. Nägel kurzschneiden!

Weitere individuelle Empfehlungen können Sie mit dem Transplantationsteam Ihres Transplantationszentrums besprechen.

Medikamente, die den Juckreiz lindern können (sollten immer nur nach Rücksprache mit dem Transplantationszentrum gegeben werden)

  • Ursodesoxycholsäure (Ursofalk®): Fördert den Gallefluß und führt somit zu einer vermehrten Ausscheidung von Gallensäuren.
  • Cholestyramin (Quantalan®): Bindet Gallensäuren im Darm und vermindert dadurch die Rückaufnahme in die Blutbahn.
  • Phenobarbital (Luminal®): Stimuliert bestimmte Enzyme in der Leber und fördert damit den Gallefluß.
  • Rifampicin (z. B. Eremfat®): Die genauen Wirkmechanismen gegen den Juckreiz sind unklar.
  • Antiallergische Medikamente (z. B. Zyrtec® oder Tavegil®) lindern manchmal auch den Juckreiz.

Prof. Dr. med. R. Ganschow

Helfen Sie uns

Spendenkonto

Commerzbank Rastatt

IBAN
DE43 660 400 180 250 108 800

BIC COBADEFFXXX

Forum